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Preisträger 2011

Am 2. September 2011 hat die Jury des Initiativkreises Gründertage Hessen die neun überzeugendsten Bewerber und Bewerberinnen ausgewählt. Insgesamt hatten sich 84 Gründerinnen und Gründer um den Hessischen Gründerpreis beworben, 36 waren zum Halbfinale zugelassen worden. Am 22. September 2011 fand in Baunatal bei Kassel die feierliche Preisverleihung statt.

Es wurden in 3 Kategorien je 3 Preise vergeben.

    Innovative Geschäftsidee
    Mutige Gründung
    Geschaffene Arbeitsplätze

Je Kategorie wurde ein Sieger geehrt.

Kategorie Mutige Gründung

Siegerin:
Anika Schön, Panama-Kinderbetreuung.


Anika Schön aus Korbach ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin hat sie lange Jahre im Buchhandel gearbeitet. Zuletzt war sie Filialleiterin, bis sich 2004 ihr erstes Kind ankündigte. 2006 kam das zweite Kind. Frau Schön hätte gerne ihre Position als Filialleiterin behalten und ihre Rolle als Führungskraft mit der Rolle als Mutter kombiniert. Eine Teilzeittätigkeit in der Buchhandlung ließ sich aber leider nicht realisieren.

In dieser Phase ihres Lebens lernte sie das Problem der Kinderbetreuung kennen. Wer mit kleineren Kindern berufstätig sein will oder muss, hat oft ein Problem, passende Betreuungsmöglichkeiten zu finden, so dass die Kinder anspruchsvoll versorgt und gefördert werden.

Vor diesem Hintergrund gründete Frau Schön 2009 die PANAMA-Kinderbetreuung. Sie ist hier als zertifizierte Tagesmutter tätig und organisiert für Kinder bis zum dritten Lebensjahr eine sehr ansprechende Rundumbetreuung. Es gib eigene kindgerechte Räumlichkeiten und einen Erlebnisgarten. Zudem konnte Frau Schön ein Waldgrundstück pachten. Das ist der „PANAMA-Abenteuerwald“.

Die Dienstleistungen von Frau Schön können sich nicht nur wohlhabende Eltern leisten. Denn durch Spendengelder wird der Zugang zur PANAMA-Kinderbetreuung auch für Kinder von Eltern ermöglicht, die weniger verdienen. Zudem gibt es öffentliche Zuschüsse.

Frau Schön betreut maximal 5 Kinder zur gleichen Zeit. Insgesamt sind es derzeit 9 Kinder in verschiedenen Zeiträumen. Mit ihrem Angebot erwirtschaftet Frau Schön ein positives Ergebnis und so viel Geld, wie sie zum Leben braucht. „Ich habe noch nie so viel verdient wie heute, sagt sie stolz.“ Und sehr zufrieden ist sie heute damit, dass sie ihren Beruf mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter kombinieren kann. Parallel absolviert sie derzeit eine Erzieherinnen-Ausbildung, um sich weiter fortzubilden und ein Wachstum des Unternehmens zu ermöglichen.

Anika Schön hat mit ihrer Gründung gezeigt, dass es auch als Mutter von zwei Kindern gelingen kann, erfolgreich eine Existenz aufzubauen. Sie hat dabei großes persönliches Engagement gezeigt. Das macht sie zu einer würdigen Preisträgerin in der Kategorie „Mutige Gründung“

Kontakt:
Anika Schön
Hermann-Thomas-Str. 14, 34497 Korbach
Tel. 05631/98411
panama-kinderbetreuung[at]web.de
www.panama-kinderbetreuung.de

Weitere Preisträger:

Patric Stromberg, Bestattungshaus Stromberg UG

Patric Stromberg begann seine berufliche Laufbahn als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und war dort zuletzt Hauptmann. Nach seiner Dienstzeit galt es, sich am zivilen Arbeitsmarkt neu zu orientieren. Der Übergang gelang aber zunächst nicht. Herr Stromberg wurde arbeitslos und war es anderthalb Jahre. Hinzu kam ein Trauerfall in der Familie, der Herrn Stromberg ans Herz ging.

Aber dieser Tod brachte zugleich eine neue Chance mit sich. Hier erlebte Herr Stromberg das Bestattergewerbe aus der Perspektive eines Hinterbliebenen. Er erlebte den Umgang mit dem Tod und mit den Hinterbliebenen als sehr distanziert und sachlich. Transport und Bestattung, so schien es ihm, waren unpersönliche und unsensibel durchgeführte Vorgänge. "Das muss nicht so sein," überlegte er und beschloss, es selbst besser zu machen. Er wollte sich selbstständig machen. Als Bestatter.

Ihm war klar, dass er mit dem Gewerbe an sich keine Marktlücke entdeckt hatte, denn in seiner Heimat, in Hüttenberg bei Wetzlar, gab es bereits viele, teilweise sehr starke Mitbewerber. Zudem verfügte er weder über eine passende Ausbildung, noch über einschlägige Erfahrungen oder gute Kontakte.

Die notwendigen Voraussetzungen erwarb sich Herr Stromberg in den folgenden Monaten, teilweise in Praktika bei einem Hospiz oder in Seminaren. 2008 gründete er sein Unternehmen.

Die Besonderheit des Bestattungshauses Stromberg ist, dass eine wirklich einfühlsame und auf die Bedürfnisse und Empfindungen der Hinterbliebenen ausgerichtete Betreuung erfolgt. So nimmt sich Herr Stromberg zwei bis drei Stunden Zeit für ein Trauergespräch. Und er erfindet Rituale, die von den Hinterbliebenen sehr dankbar angenommen werden. So zum Beispiel das "Zeichen des Abschieds". Das sind zwei Hälften einer Scheibe aus Ton, von denen der eine Teil dem Grab beigelegt wird, und der andere Teil bei den Hinterbliebenen bleibt.

Der Erfolg gibt Herrn Stromberg Recht. Im Gründungsjahr konnte Herr Stromberg die ersten zwei Bestattungen leisten. Seit 2009 haben sich seine Auftragszahlen dann jedes Jahr mehr als verdoppelt. Das ist ein schönes und konstantes Wachstum aus eigener Kraft. Neben seinem eigenen Arbeitsplatz hat er unterdessen einen Vollzeit- und einen Teilzeitarbeitsplatz geschaffen.

Herr Stromberg befreite sich mit seiner Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Er überzeugt in einem gesättigten Markt durch Innovationen und hat ein solides Unternehmen aufgebaut. Er ist ein würdiger Vertreter in der Kategorie „Mutige Gründung“

Kontakt:
Patric Stromberg, Vollnkirchenerstr. 16, 35625 Hüttenberg
Tel. 06441/3093956
info[at]bestattungen-stromberg.de
www.bestattungshaus-stromberg.de

 
Katja Zöller und Kari Deppe, KaufhausHESSEN Kari Deppe & Katja Zöller GbR


Katja Zöller und Kari Deppe sind Freundinnen. Frau Zöller ist Diplom-Kauffrau und war zehn Jahre bei einer Bank in Frankfurt tätig. Im Zuge der Finanzkrise verlor sie 2009 ihren Arbeitsplatz.

Kari Deppe ist Ernährungswissenschaftlerin und war lange Zeit als Pharmareferentin tätig. Ihre Tätigkeit machte ihr immer weniger Spaß und sie überlegte, sich neu zu orientieren. Beide hatten bereits länger die Idee, Dinge zu verkaufen, die in Hessen hergestellt werden. Frau Zöller suchte einen Weg aus ihrer Arbeitslosigkeit. Und sie besuchte einen Gründerkurs bei der IHK in Frankfurt. Dann folgte der Entschluss:

Ende 2009 gründeten die beiden, und im März 2010 eröffneten sie ihr Geschäft in Frankfurt am Main. Hier verkaufen sie heute Produkte, die in Hessen hergestellt wurden oder die einen Bezug zu Hessen haben. Dabei ist ihr Sortiment sehr breit gefächert. Es reicht von Blütensirup über Schmuck bis zu Büchern. Und es gibt auch Hessische Spezialitäten wie zum Beispiel den Hessen-Löwen als große Keramik-Figur in rot oder blau. „Im kaufhausHESSEN kann man Dinge erwerben, die es nicht überall zu kaufen gibt und man erfährt auch noch etwas über das Bundesland Hessen,“ sagen die beiden.

Die Lieferanten der beiden Gründer/innen haben die Möglichkeit, entweder Regalflächen anzumieten oder in Kommission oder direkt an sie zu verkaufen. Dieses Modell hilft ihnen, Kosten im Einkauf zu sparen.

Das Konzept geht auf. „Die Kunden verlassen unser Geschäft meist mit einem Lächeln“, sagt Frau Zöller. Sehr gut gehen originelle Geschenkideen „Made in Hessen“.

Seit Eröffnung im März 2010 konnten die Gründerinnen bereits 19.000 Kunden bedienen. Bereits im ersten Geschäftsjahr machten sie einen Umsatz von 176.000 Euro, den sie 2011 mehr als verdoppeln werden. Zudem etablieren sie gerade einen Online-Handel, der ebenfalls beginnt, Früchte zu tragen.

Katja Zöller hat aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet. Sie hat gemeinsam mit Kari Deppe in der hart umkämpften Branche des Einzelhandels ein stark wachsendes Unternehmen etabliert, indem sie „Made in Hessen“ als Besonderheit vermarkten.

Kontakt:
Katja Zöller und Kari Deppe, Berger Str. 288, 60385 Frankfurt
Tel. 069-36601917
info[at]kaufhaushessen.de
http://www.kaufhaushessen.de


Kategorie Geschaffene Arbeitsplätze

Sieger:
Hans Franke, Elmar Dohmann, Kai Franke und Mirco Franke, Energy Glas GmbH


Hans Franke war lange Jahre Verkaufsleiter und später Geschäftsführer bei einem Hersteller für Spezialglas. Er hat früh erkannt, dass das Thema „Energiesparen“ weiter an Bedeutung gewinnen wird. „Es müssten weitere effiziente Produkte und Maßnahmen gefunden werden, mit denen man den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten auf einfache Weise senken kann“, überlegte er. Und Herr Franke hatte auch konkrete Ideen: Insbesondere wollte er einen 3-fach Isolierglaskollektor für den Bereich Solarthermie entwickeln und herstellen. Die Idee war, die übliche Technik der Fassadenverglasung mit der Technik von Sonnenkollektoren zu verbinden. Im Ergebnis könnte dann mit Glasfassaden, zum Beispiel an Hochhäusern, auch Energie erzeugt werden.

Diese Idee konnte er bei seinem damaligen Arbeitgeber nicht umsetzen. Es kam zum Streit und schließlich zur Entlassung.

Hans Franke ist niemand, der sich mit solchen Rückschlägen abfindet. Gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Kai und Mirco Franke und seinem damaligen Arbeitskollegen Elmar Dohmann wagte er im Jahr 2007 den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie gründeten aus dem Stand ihr eigenes Isolierglaswerk. Schon bevor das Unternehmen an den Start ging und Investitionen getätigt wurden, verkaufte Hans Franke eine komplette Jahresproduktion. Damit schuf er die Basis für die Finanzierung des gemeinsamen Vorhabens.

Energy Glas GmbH, so heißt das junge mittelständische Unternehmen, das seinen Sitz in Wolfhagen, nahe Kassel, hat. Schwerpunkt des Unternehmens ist die Entwicklung neuartiger Produkte zur Energieeinsparung in Fenster- und Glasbereichen.

Nach etwa sechs Monaten, in denen die notwendigen Planungs-, Bau- und Finanzierungsmaßnahmen sowie Marktanalysen durchgeführt wurden, konnte im November 2007 ein Grundstück mit ca. 36.000 m² Gewerbefläche und zwei Produktionshallen erworben werden. Im März 2008 ging das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern an den Start.

Energy Glas hat bis heute mehr als 79 Arbeitsplätze geschaffen und sich bereits eine feste Marktposition erarbeitet. Bereits im letzten Jahr hat das Unternehmen die 10-Millionen-Umsatzmarke durchbrochen. Die Gründer betreiben heute eines der modernsten Isolierglaswerke Deutschlands und das größte in Hessen. Hans Franke, Elmar Dohmann, Kai Franke und Mirco Franke sind würdige Vertreter in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“.

Kontakt:
Hans Franke, Elmar Dohmann, Kai Franke und Mirco Franke
Zur Frado 1, 34466 Wolfshagen
Tel. 05692-997450
info[at]energy-glas.de
www.energy-glas.de

Weitere Preisträger:

Petra Baake, Mein SchlossHotel

Petra Baake ist gelernte Köchin und Hotelfachfrau, staatlich geprüfte Gastronomin und Restaurantmeisterin. Schon als Kind konnte sie erste Erfahrungen mit der Branche, denn sie wuchs in einer Gastwirtsfamilie auf.

Die Ur-Großmutter von Herrn Baake kaufte in Heusenstamm bereits 1939 ein kleines Gasthaus, das Sie selbst bewirtschaftete. 1965 wurde es abgerissen, um ein sehr modernes Hotel mit Gastronomie zu errichtet. Es verfügte über 33 Zimmer, die sogar eine eigene Dusche und WC auf dem Zimmer hatten. Das war damals etwas ganz besonderes. Das Haus wurde allerdings nicht regelmäßig modernisiert, so dass es 2002 aufgegeben wurde. Es stand dann leer.

Petra Baake träumte immer von ihrem eigenen Hotel. In Offenbach und Frankfurt, so überlegte Sie, gibt es wegen der zahlreichen Messen einen hohen Bedarf an Hotelbetten.

Nach etwa 30 Jahren Berufserfahrung in der Gastronomie und einer Familienpause, denn Frau Baake ist Mutter von zwei Söhnen, hat sie schließlich ihren lang ersehnten Wunsch in die Tat umgesetzt. Ihr Mann und Sie  verwandelten das bestehende, aber abgewirtschaftete und seit fünf Jahren leer stehende Schlosshotel in ein modernes Hotel mit hervorragender Gastronomie.

Dazu musste Petra Baake jedoch einen steilen Weg zurücklegen. Allein das Investitionsvolumen betrug etwa 3,8 Millionen Euro. Noch dazu erfolgte die Gründung mitten in der Wirtschafts-Rezession, was die Finanzierung nicht erleichterte, Sie schaffte es mit der Hilfe guter Freunde. Am 11. Dezember 2008 feierte das Haus „Mein SchlossHotel“ seine Wiedereröffnung. Es verfügt über 33 komfortable Doppelzimmer, zwei Suiten und zwei Gedankenräume, und zwei Nebenzimmer.

Das Hotel ist erfolgreich, denn es kann bereits eine Belegung von 44 % vorweisen. Frau Baake zählt bis heute 8.690 zufriedene Gäste. Insgesamt hat Frau Baake mit ihrem Hotel 19 Arbeitsplätze geschaffen. Davon fünf Vollzeit- und 14 Teilzeitstellen. Hervorzuheben ist, dass Frau Baake auch Frauen beschäftigt, die ansonsten auf dem Arbeitsmarkt nur eine geringe Integrationschance hätten.

Kontakt:
Petra Baake, Frankfurter Str. 9, 63150 Heusenstamm
Tel. 06104-600550
p.baake[at]meinschlosshotel.de
www.meinschlosshotel.de



Dirk Braun, Friedrich Keller und Michael Machulik, Autohaus Range GmbH


Dirk Braun, Friedrich Keller und Michael Machulik kennen sich schon lange, denn sie haben bereits über 16 Jahren gemeinsam als Angestellte im Autohaus Range gearbeitet.

Das Autohaus Range wurde bereits 1930 von Karl Range gegründet, der es 1972 an seinen Sohn Manfred übergab. Zu Beginn wurden hier Fahrzeuge der Marken Auto Union, DKW, Wanderer und NSU verkauft, 1965 und 1975 kamen die Marken Audi und VW nach Fritzlar.

Vor einigen Jahren geriet das Haus in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das Familienunternehmen hatte keinen Nachfolger – dafür aber einen hohen Sanierungsbedarf. Es drohte die Schließung und die Entlassung der damals 29 Mitarbeiter.

Es gibt Situationen, da lohnt es sich zu kämpfen. Dirk Braun, Friedrich Keller und Michel Machulik, alle drei erfahrene und loyale Mitarbeiter des Betriebes, machten sich auf, das Unternehmen zu retten. Sie wagten damit den Schritt in die Selbstständigkeit.

2010 übernahmen sie das Unternehmen und sanierten es. Sie überlegten sich eine neue Marketingstrategie und setzten diese um. Das Ergebnis ist ein modernes Autohaus, das auf die lange Tradition des Autohauses Range Bezug nimmt. Autohaus Range verkauft heute Neu- und Gebrauchtwagen der Marken VW und Audi, sowie Zubehörteilen und Ersatzteile. Die Besonderheit des Hauses liegt in der Mobilität, dem individuellen Service und dem erweiterten Dienstleistungsangebot. Beispielsweise werden jeden Monat umfangreiche Zubehörsortimente und neue attraktive Angebote für den Kunden präsentiert, wie etwa Sicherheitsartikel oder Hightech-Radios. Ein besonderes Dienstleistungsangebot ist der 24-Stunden Notdienst, der die Kunden ganzjährig zu jeder Zeit und bei jeder schwierigen Situation zur Seite steht.

Durch die Übernahme und Sanierung haben die Gründer nicht nur ihre eigenen Arbeitsplätze und die ihrer 26 Kollegen gesichert. Sie haben darüber hinaus sogar 40 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem haben sie eine relativ hohe Ausbildungsquote vorzuweisen, denn sie beschäftigen 12 Auszubildende.

Dirk Braun, Friedrich Keller und Michael Machulik haben besonderen Mut und Initiative bewiesen und damit erheblich Arbeitsplätze gesichert und geschaffen.


Kontakt:
Dirk Braun, Friedrich Keller und Michael Machulik
Wolfhager Str. 7, 34560 Fritzlar
Tel. 05622-995931
dirk.braun[at]autohaus-range.de
www.autohaus-range.de

Kategorie Innovative Geschäftsidee

Sieger: Dr. Mark Junge und Prof. Dr. Ing. J. Hesselbach, Lars Martin und Miroslac Martinovic, Limón GmbH

Dr. Mark Junge und Prof. Dr. Ing. Hesselbach (Foto links) haben lange an der Universität Kassel zusammen gearbeitet. Prof. Dr. Hesselbach hat dort den Lehrstuhl „Umweltgerechte Produkte und Prozesse“ inne, Herr Dr. Junge war hier stellvertretender Fachgebietsleiter.

Beide Ingenieure setzen sich intensiv mit dem Fachgebiet „Energieeffizienz“ auseinander. Im Februar 2007 haben sie, gemeinsam mit Lars Martin und Miroslav Martinovic, die Limón GmbH gegründet. Das Unternehmen bietet Lösungen zur Steigerung von Energieeffizienz in der Industrie.

Energiekosten sind in der Industrie ein bedeutender Kostenfaktor. Je mehr sie sich erhöhen, desto wichtiger wird die Aufgabe, industrielle Prozesse so zu gestalten und zu steuern, dass bei gleichem Output weniger Energie verbraucht wird. Genau das ist Aufgabe der Limón GmbH. Sie berät Unternehmen und hilft ihnen, Energiekosten zu senken.

Neben der Energieberatung hat Limón auch mehrere Komplettlösungen an den Markt gebracht. Zwei dieser Lösungen heißen é VISOR und é VARIO.

é VISOR ist ein Energiemonitoringsystem zur Effizienzbewertung von industriellen Prozessen. Es liefert aussagekräftige Kennzahlen, die im Betriebsprozess generiert werden und Informationsbasis für die energieeffiziente Steuerung sind.

é.VARIO geht einen Schritt weiter. Hier werden nicht nur Informationen generiert und bereitgestellt, sondern die Informationen lösen unmittelbar eine Steuerung aus. Es ist eine intelligente Anlagensteuerung, die zu jeder Zeit den besten Betriebspunkt einer Anlage selbst einstellt. Man kann das mit einem PKW vergleichen. Wer auf der Autobahn mit 90 km/h fährt, nutzt den besten Betriebspunkt, denn hier ist die Energieeffizienz am höchsten. Das Fahrtziel wird mit dem niedrigsten Kraftstoffverbrauch erreicht.

Die Limón GmbH beschäftigt unterdessen 33 Mitarbeiter, darunter vor allem Projektingenieure und Softwareentwickler. Seit 2007 konnten mehr als 155 Projekte erfolgreich abgewickelt werden. Der Umsatz ist unterdessen 7-stellig. Dr. Mark Junge, Prof. Dr. Ing. Hesselbach, Lars Martin und Miroslac Martinovic haben in einem wichtigen und innovativen Markt herausragende technische Lösungen geboten und gemeinsam ein ertragsstarkes Unternehmen in Kassel aufgebaut. Sie sind würdige Preisträger in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“.

Kontakt:
Limón GmbH
Große Rosenstr. 21, 34117 Kassel
Tel. 0561-220704-0
junge[at]limon-gmbh.de

www.limon-gmbh.de

Weitere Preisträger:

Johannes Jacop, Dr. Christian Schneider, Manuel Bork, Jörn Friedrich Dreyer, Dr. Leif Geiger, Patrick Oppermann, Carsten Reckord und Erhard Weinell, Yatta Solutions GmbH

Dr. Christian Schneider hat seine Gründungspartner im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universitäten Kassel und Paderborn sowie der TU Darmstadt kennengelernt. Es ging um die Entwicklung einer flexiblen Plattform für die Softwareentwicklung. Bei Forschungsprojekten weiß man nie, ob der Gegenstand der Erkenntnis später auch einmal wirtschaftlich nutzbar sein und ein Geschäft werden wird. Oft werden gute Ideen nicht weiterverfolgt, ihr wirtschaftliches Potenzial nicht gehoben.

Herr Dr. Schneider setzte sich jedoch sehr zielstrebig auch für einen wirtschaftlichen Erfolg ein. Gemeinsam mit dem Juristen Johannes Jacop und weiteren Kollegen des Forschungsprojektes gründeten sie 2008 die Yatta Solutions GmbH. Sie bietet Entwicklungswerkzeuge und Beratung für die Softwareentwicklung an. Ihre Besonderheit ist dabei eine spezielle Technologie, die ihren Ursprung in dem eingangs erwähnten Forschungsprojekt hat.

Bei der Softwareentwicklung sind Modellieren und Programmieren verschiedene Aufgaben, teils von unterschiedlichen Personen betrieben. Vergleichen wir es mit einem Hausbau: Der Architekt plant ein Haus, der Maurer erstellt die Mauern. Der Architekt ist im Vergleich der Modellierer, der Maurer der Programmierer. Diese Aufgabenteilung führt zu einer sehr ressourcenintensiven Schnittstelle. Denn wenn beim Modellieren oder Programmieren Änderungen vorgenommen werden, müssen Kolleginnen und Kollegen davon erfahren und gegebenenfalls auf der anderen Seite nacharbeiten. Diese Abstimmung ist gerade bei großen und komplexeren Vorhaben aufwändig - und fehleranfällig.

Die Innovation der Yatta Solutions ist nun, dass beide Arbeitsschritte zusammengeführt werden. Verglichen mit dem Hausbau bedeutet das: Indem der Architekt zeichnet, wachsen bereits die Mauern in die Höhe. Modellieren und Programmieren sind eine Aufgabe, das verkürzt Entwicklungszeit und hilft Risiken zu minimieren, spart also Zeit und Geld. Das Verfahren überzeugt in der Praxis. Heute arbeiten bereits 1.200 Softwareentwickler aktiv mit dem Softwareentwicklungswerkzeug UML Lab. Yatta Solutions beschäftigt mittlerweile 13 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres werden es 20 sein. Dem Gründerteam ist es gelungen, in kürzester Zeit ein tragfähiges Unternehmen aufzubauen. Sie sind ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Gründung aus der Wissenschaft heraus. Dr. Christian Schneider und Johannes Jacop haben diese Gründung vorangebracht. Gemeinsam mit ihren Mitgründern Manuel Bork, Jörn Friedrich Dreyer, Dr. Leif Geiger, Patrick Oppermann, Erhard Weinell und Carsten Reckord sind sie würdige Preisträger in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“.

Kontakt:
Yatta Solutions GmbH
Ludwig-Erhard-Str. 12, 34131 Kassel
Tel. 0561-57432770
info[at]yatta.de
www.yatta.de


Dr. Gregor Zimmermann und Dr. Thomas Teichmann, G. tecz Teichmann Zimmermann GbR


Dr. Thomas Teichmann und Dr. Gregor Zimmermann haben sich ebenfalls an der Universität Kassel kennengelernt. Gemeinsam arbeiteten sie in einem Projekt, in dem es um Entwurf und Bau der Gärtnerplatzbrücke in Kassel ging. Dr. Teichmann war im Fachbereich Bauingenieurwesen, Dr. Zimmermann in den Feldern Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung aktiv. Bereits in der Promotionszeit haben sich beide um eine Exist-SEED Förderung gekümmert, die ihnen später die Möglichkeit gab, gezielt ihre Firma aufzubauen.

2007 entstand die G.tecz. Das steht für „German Technologies and Engineering Conceptz“. Die G.tecz ist ein Entwicklungs- und Forschungsdienstleister für zementgebundene High-Tech Materialien. Solche Materialien werden im Bauwesen, im Maschinenbau und in der Sicherheitstechnik benötigt. Das Unternehmen entwickelt ökonomische und ökologische zementgebundene Werkstoffe. Eine Besonderheit ist, dass diese Werkstoffe aus weltweit und massenhaft vorhandenen mineralischen Ausgangsstoffen hergestellt werden können. Somit sind die Rohstoffe kostengünstig zu beziehen.

Jeder Werkstoff hat spezifische Eigenschaften. Die Leistung der G.tecz ist es, die Werkstoffe so konfigurieren, dass sie ganz bestimmte Eigenschaften erhalten – genau nach Kundenwunsch. So können Werkstoffe eine besondere Festigkeit annehmen und beispielsweise Normalbeton, Keramik oder Stahl ersetzen. Das Material kann etwa zum Brückenbau verwendet werden. Statt der üblichen arbeits- und kostenintensiven Kombination von Stahl und Beton wird nur der High-Tech-Beton verwendet – kein Stahl. Es entfallen personalkostenintensive Bewehrungsarbeiten und das Problem „Rost an Bewehrungsstahl“ ist ebenfalls gelöst.

Ein großer Vorteil ist weiterhin, dass mit der Verwendung der neuen Werkstoffe ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird, denn die neue Technik vermindert Emissionen, zum Beispiel von CO2. Mit ihrer Arbeit haben die beiden Gründer mit dazu beigetragen, dass rund 16.000 Tonnen CO2 eingespart wurden.

Die Gründer sind erfolgreich. Sie wirkten bereits in etwa 120 industriellen F+E-Projekten mit. Das Unternehmen hat insgesamt acht Mitarbeiter. Die Firma G.tecz macht bereits seit vier Jahren Umsätze weit im 6stelligen Bereich, jedoch seit 2010 sechsstellige Gewinne.
 
Kontakt:
Dr. Gregor Zimmermann und Dr. Thomas Teichmann, Angersbachstr. 12b, 34127 Kassel
Tel. 0561-8617555
zimmermann[at]gtecz.com
www.gtecz.com/de

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